Narn i Eryn Galen - Geschichten des Grünen Waldes

Die Stufen des Girion


Bomsdei, 3. Tag des Rethe, 2946

Randur, Runolfs Sohn ein junger engagierter Bardinger und Vidrak Gimrakson, ambitionierter Architekt der Zwerge des Einsamen Berges, machten sich auf um ihre Reise zur Erkundung der Wilderlande anzutreten. Sie verließen Dale und erreichten Esgaroth, wo sie zunächst nach Arbeit suchten. Das Schicksal wollte es, dass Vidrak im Getümmel der Menge etwas vielversprechendes zu Ohren kam. Ein wichtiger Zwerg des Erebors sei zur Zeit in Esgaroth und es plagten ihn große Sorgen. Man schlussfolgerte, es müsse sich um Glóin Gróinson handeln. Sofort eilten die Freunde zu ihm und boten ihm ihre Hilfe an.

Schnell überzeugt weihte Glóin sie ein. Sein Bruder Óin und Balin seien auf einer Reise, die alte Waldstraße im Düsterwald zu inspizieren. Da er sich sehr sorgte, schickte er einen Raben hinter den Gefährten her. Woher seine Sorge rührte, blieb jedoch ein Geheimnis. Sein Rabe habe die beiden seit einigen Tagen im sumpfigen Gebiet hinter den Stufen Girions verloren. Sie hätten längst die alte Waldstraße erreichen müssen, doch auch dort fand der Rabe keine Spur. Die Freunde Randur und Vidrak willigten ein sich auf die Suche nach den Zwergen zu machen. Aufgerüstet, bepackt und mit einem durch Gloín akquirierten Boot brachen sie sogleich auf. Vidrak ruf kurz danach sein Rabengevatter Kiktok, Sohn des Zekzak, zu sich und bat ihn, ihnen voraus zu fliegen und nach Balin und Óin ausschau zu halten. Er sollte ihr Späher sein.

Durch Randurs Können und dem schnellen Boot der Menschen vom Langen See gelangten sie noch am späten Abend an die Stufen des Girion. Dort wurden sie von den hiesigen Einwohnern zunächst zögerlich begrüßt. Die Menschen dort lebten ein ärmliches und isoliertes Leben. Doch wollten sie die Stufen des Girion nicht verlassen, hatten doch schließlich ihr Vorväter mit den Zwergen zusammen dieses Hebewerk gebaut und bewohnt. Stolz waren sie noch immer auf den Ort und seinen Zweck als Handelsposten, auch wenn letzterer sowohl bei den Männern vom Langen See als auch bei den Zwergen in Vergessenheit geraten zu sein schien.

Nachdem Randur erste Kontakte mit den Menschen dort geknüpft hatte und ihren langweiligen und tristen Altag mit einigen Geschichten erhellt hatte, teilten die Bewohner ihre kärgliche Mahlzeit mit ihnen. Vidrak steuerte einige Teile ihres eigenen Proviants bei. So kam es, dass sich auch Nerulf – ein nordisch und geradezu antik wirkender Mann – zu der Gruppe gesellte. Als sich Randur schließlich nach zwei Zwergen erkundigte, die eine Woche zuvor die Stufen passiert haben sollten, bestätigte Nerulf dies. Er konnte jedoch nichts weiter zur Reise der Zwerge sagen.

Hemelsdei, 4. Tag des Rethe, 2946

Am frühen Morgen wurde das Boot der Abenteurer schließlich am Rande des Wasserfalls unter Quietschen und Knarren hinab gelassen. Nerulf verabschiedete und gab den Freunden als Rat einen alten Reim mit auf den Weg: "Wenn es im Sumpfe graut, gebt acht auf das Galgenkraut." Neben ihnen toste der vom Frühling gestärkte Eilend an den einst meisterhaft bearbeiteten Steinwänden in die Tiefe. Unter Vidrak und Randur breitete sich unter der aufgehenden Sonne, die ganze Weite des Düsterwaldes aus. Von Nebeln und dunklen Vögeln bedeckt. In der Ferne die dunklen und schroffen Berge des Düsterwaldes. Ein endloses Dickicht aus dunklen Blättern und Morast in dessen Schatten irgendwo zwei Zwerge verschollen waren.

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Namo

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