Narn i Eryn Galen - Geschichten des Grünen Waldes

Welcome to your campaign!
A blog for your campaign

Wondering how to get started? Here are a few tips:

1. Invite your players

Invite them with either their email address or their Obsidian Portal username.

2. Edit your home page

Make a few changes to the home page and give people an idea of what your campaign is about. That will let people know you’re serious and not just playing with the system.

3. Choose a theme

If you want to set a specific mood for your campaign, we have several backgrounds to choose from. Accentuate it by creating a top banner image.

4. Create some NPCs

Characters form the core of every campaign, so take a few minutes to list out the major NPCs in your campaign.

A quick tip: The “+” icon in the top right of every section is how to add a new item, whether it’s a new character or adventure log post, or anything else.

5. Write your first Adventure Log post

The adventure log is where you list the sessions and adventures your party has been on, but for now, we suggest doing a very light “story so far” post. Just give a brief overview of what the party has done up to this point. After each future session, create a new post detailing that night’s adventures.

One final tip: Don’t stress about making your Obsidian Portal campaign look perfect. Instead, just make it work for you and your group. If everyone is having fun, then you’re using Obsidian Portal exactly as it was designed, even if your adventure log isn’t always up to date or your characters don’t all have portrait pictures.

That’s it! The rest is up to your and your players.

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Die Stufen des Girion


Bomsdei, 3. Tag des Rethe, 2946

Randur, Runolfs Sohn ein junger engagierter Bardinger und Vidrak Gimrakson, ambitionierter Architekt der Zwerge des Einsamen Berges, machten sich auf um ihre Reise zur Erkundung der Wilderlande anzutreten. Sie verließen Dale und erreichten Esgaroth, wo sie zunächst nach Arbeit suchten. Das Schicksal wollte es, dass Vidrak im Getümmel der Menge etwas vielversprechendes zu Ohren kam. Ein wichtiger Zwerg des Erebors sei zur Zeit in Esgaroth und es plagten ihn große Sorgen. Man schlussfolgerte, es müsse sich um Glóin Gróinson handeln. Sofort eilten die Freunde zu ihm und boten ihm ihre Hilfe an.

Schnell überzeugt weihte Glóin sie ein. Sein Bruder Óin und Balin seien auf einer Reise, die alte Waldstraße im Düsterwald zu inspizieren. Da er sich sehr sorgte, schickte er einen Raben hinter den Gefährten her. Woher seine Sorge rührte, blieb jedoch ein Geheimnis. Sein Rabe habe die beiden seit einigen Tagen im sumpfigen Gebiet hinter den Stufen Girions verloren. Sie hätten längst die alte Waldstraße erreichen müssen, doch auch dort fand der Rabe keine Spur. Die Freunde Randur und Vidrak willigten ein sich auf die Suche nach den Zwergen zu machen. Aufgerüstet, bepackt und mit einem durch Gloín akquirierten Boot brachen sie sogleich auf. Vidrak ruf kurz danach sein Rabengevatter Kiktok, Sohn des Zekzak, zu sich und bat ihn, ihnen voraus zu fliegen und nach Balin und Óin ausschau zu halten. Er sollte ihr Späher sein.

Durch Randurs Können und dem schnellen Boot der Menschen vom Langen See gelangten sie noch am späten Abend an die Stufen des Girion. Dort wurden sie von den hiesigen Einwohnern zunächst zögerlich begrüßt. Die Menschen dort lebten ein ärmliches und isoliertes Leben. Doch wollten sie die Stufen des Girion nicht verlassen, hatten doch schließlich ihr Vorväter mit den Zwergen zusammen dieses Hebewerk gebaut und bewohnt. Stolz waren sie noch immer auf den Ort und seinen Zweck als Handelsposten, auch wenn letzterer sowohl bei den Männern vom Langen See als auch bei den Zwergen in Vergessenheit geraten zu sein schien.

Nachdem Randur erste Kontakte mit den Menschen dort geknüpft hatte und ihren langweiligen und tristen Altag mit einigen Geschichten erhellt hatte, teilten die Bewohner ihre kärgliche Mahlzeit mit ihnen. Vidrak steuerte einige Teile ihres eigenen Proviants bei. So kam es, dass sich auch Nerulf – ein nordisch und geradezu antik wirkender Mann – zu der Gruppe gesellte. Als sich Randur schließlich nach zwei Zwergen erkundigte, die eine Woche zuvor die Stufen passiert haben sollten, bestätigte Nerulf dies. Er konnte jedoch nichts weiter zur Reise der Zwerge sagen.

Hemelsdei, 4. Tag des Rethe, 2946

Am frühen Morgen wurde das Boot der Abenteurer schließlich am Rande des Wasserfalls unter Quietschen und Knarren hinab gelassen. Nerulf verabschiedete und gab den Freunden als Rat einen alten Reim mit auf den Weg: "Wenn es im Sumpfe graut, gebt acht auf das Galgenkraut." Neben ihnen toste der vom Frühling gestärkte Eilend an den einst meisterhaft bearbeiteten Steinwänden in die Tiefe. Unter Vidrak und Randur breitete sich unter der aufgehenden Sonne, die ganze Weite des Düsterwaldes aus. Von Nebeln und dunklen Vögeln bedeckt. In der Ferne die dunklen und schroffen Berge des Düsterwaldes. Ein endloses Dickicht aus dunklen Blättern und Morast in dessen Schatten irgendwo zwei Zwerge verschollen waren.

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Die Glocke im Sumpf

Hemelsdei, 4. Tag des Rethe, 2946

Ein Tag voller Morast und nasser Kälte hatte besonders den Zwerg Vidrak bis auf die Knochen gefrieren lassen. Wacker steuerte Randur das Boot den Eilend hinab in die sumpfigen Gebiete des Düsterwaldes. Kiktok war einige Mal zu den beiden herab geflogen, doch er konnte nichts Nützliches berichten. Von den Zwergen gab es keine Spur. Der Nebel hatte sich am Tage kaum gelichtet, und bei Dunkelheit den Fluss entlang zu stochern erschien beiden unbesonnen. Schnell wurde ein kleines Nachtlager errichtet. Dies alles blieb jedoch nicht unbeobachtet. Ein Wachtrupp Elben beobachtete sie bereits, seit sie die Stufen hinter sich gebracht hatten. Schließlich traten die Elben in den Feuerschein des Lagers.

Vidrak ignorierend sprach der Befehlshaber des Trupps – Galion – mit Randur. Er wollte erfahren was die beiden so spät nachts im Sumpf trieben und auf wessen Geheiß sie dort seien. Der Zwerg – als Geheimniskrämer, der er ist – witterte sogleich zu viel Interesse und fragte als Antwort nach zwei Zwergen, denen sie folgten. Keine von beiden Seiten sollte viel Wissenswertes erfahren, den Vidrak erkannte Galion und sprach ihn hämisch auf seine ehemalige Stelle als Kellermeister des Königs an. Die Unterhaltung endete abrupt und Galion warnte Randur weiter in die Richtung zu reisen. Dort wo die Bergen des Düsterwaldes seien, gab es keine elbischen Patrouille und niemand würde sie dort suchen.

Meresdei, 5. Tag des Rethe, 2946

Nach einer kurzen und klammen Nacht brachen sie erneut auf und fuhren den ganzen Tag in ein immer morastigeres und nebligeres Gebiet des Waldes. Das Geäst wurde immer dichter und schloss bald die Strahlen der Frühlingssonne aus. Randur hatte Probleme das Boot samt Zwerg durch die Gewässer zu steuern ohne es zu beschädigen oder den Weg zu verlieren. So kamen sie kaum weiter. Vidrak fand mit Mühe ein geeignetes Plätzchen für die Nacht. Eine kleine, feste Insel inmitten von Wasser, Bäumen und Schlamm. Zu ihrer Überraschung hatten anscheinend auch Balin und Óin hier gelagert. Während Randur mit zunehmendem Unwohlsein die Spuren auf dem schlammigen Boden als Kampf- und Fluchtspuren identifizierte, lag Vidraks Aufmerksamkeit auf einem holen Baumstumpf. Balin musste dort etwas versteckt haben, denn ein zwergischer Zauber lag auf dem Stamm. Schnell lüftete er den Bann und brachte ein kleines Elfenbeinkästchen mit goldenem Beschlag und eine Schriftrolle hervor. Im Inneren des Kästchens lag ein feines, glitzerndes Geschmeide aus Gold und einem köstlich bearbeiteten Diamanten. Der Schätz eines Königs. Dessen war sich Vidrak sicher. Womöglich sogar aus dem Schatz des Erebor?

Wäre da nicht Randurs Aufschrei gewesen, hätte Vidrak zum einen Stunden auf das Kleinod gestarrt und zum anderen den Steintroll übersehen, der aus einem benachbarten Teich krächzend auf sie zu stampfte. Vidrak schaffte es das Kästchen in den Baumstumpf zu stopfen und seine Hacke in die Hände zu nehmen. Randur hatte bereits den Bogen gespannt und legte auf den Troll an. Von Wut, Hunger und vor allem Hass auf den Zwerg getrieben hieb der Troll immer wieder auf Vidrak ein, der jedoch den Angriffen standhielt. Zum Glück sahen die Gefährten, dass eine reich verzierte Axt in der Schulter des Trolls steckte. Gezielt versuchten beide den Trolle an seinem wunden Punkt zu treffen und es gelang. Erschöpft und außer Atem standen sie vor dem erschlagenen Troll. Nun wussten sie, warum Balin und Óin hier gekämpft hatten. Und sie wussten, warum die beiden Zwerge nicht lange an diesem Ort verweilt hatten. Schnell waren alle Sachen und auch der Schatz eingesammelt.

Hohdei, 6. Tag des Rethe, 2946

Eine schleppende Reise durch die Nach später, in der beide nur wenig Schlaf bekamen, änderte sich die Umgebung merklich. Die Bäume wurden höher und die Wasserflächen breiter und tiefer. Auch konnten zwischen den Schlingpflanzen und Luftwurzeln deutlich Anzeichen von Bebauung erkannt werden. Steinerne Wände, Statuetten und Säulen lagen gebrochen und geschliffen im trüben Wasser und setzten Moos an. Vidrak wollte undbedingt einige der Ruinen erkunden. Randur ging der alte Reim von Nerulf durch den Kopf als Vidrak schon einer solchen Würgeschlinge nur knapp entrann. Von jetzt an vorsichtiger untersuchten sie die Ruinen. Zwerge und Menschen hatten hier, so schien es, einst zusammen gelebt. Die Bauart der Zwerge war unverkennbar. Nachdem sie etwas aus dem Gebiet der Würgeschlingen herausgekommen waren meldete sich nach langem Kiktok zu Wort. Er warnte die beiden vor den Blutkrähen im Sumpf.

Am Nachmittag erreichten sie das ehemalige Zentrum des Dorfes. Wie von Geisterhand wurden sie von dem dumpfen klang einer Glocke begrüßt. Im Zentrum des Dorfes stand ein schiefes, im Gewässer eingesacktes, steinernes Gebäude mit gewaltigem Holztor. Eine seltsame kalte Anziehung ging vom Dröhnen der rostigen Glocke aus. Vidrak lief ohne es zu merken immer tiefer in den See, der das Gebäude umgab. Randur hielt ihn auf. Sie wussten nun was den Zwergen wiederfahren war und beschlossen in das Innere des Gebäudes zu gelangen.

Sie tauchten und gelangten in eine düstere Halle. Neben alten und modrigen Stühlen oder Fackeln fanden sie jedoch wenig. Die große Halle – einst vielleicht eine Versammlungshalle – war wie leer gefegt. Am Ende der Halle gab es einem großen, von Krähenkot überzogenen Kamin, in dessen Abzug ein Seil hing. Schwarze Federn lagen überall umher und die Freunde waren sich einig, das Seil besser in Ruhe zu lassen.

Weitere Erkundungen brachten schließlich den wohlverdienten Erfolg. In einem Weinkeller, vormals befüllt mir altem und recht köstlichem Wein, saßen Balin und Óin. Verbarrikadiert, und gezwungener Maßen angeheitert vom Wein, der das einzige war, war die Zwerge noch zu Trinken hatten. Die Freunde stärkten die Zwerge zunächst mir Wegbrot und Wasser. Balin erzählte von den grässlichen Sumpfwesen, und dass sie so viele seien, dass die beiden Zwerge sich nur noch haben verbarrikadieren können. Einige hätten sie erschlagen, aber Balin habe seine Axt im Sumpf verloren, als sie vor dem Troll haben fliehen müssen. Nun, da er sie wieder bekommen hatte, würden sie schon einen Weg aus diesem nassen Grab finden.

Während Balin zwingend den Ausweg aus dieser Bredouille suchte, juckte es Óin noch immer in den Fingern. Er hatte in einem der Tunnel, die an die Haupthalle anschlossen, etwas golden Glitzern sehen. Ja sogar eine Menge, und als einen respektablen Zwerg, der er ja sei, täuschen ihn seine Augen nicht. Randur wollte jedoch auf Nummer sicher gehen. Während Balin und Óin in der Haupthalle warten sollten, wollten er und Vidrak einen schnellen Blick riskieren und einige Schätze sammeln, wenn es welche gäbe. Vidrak rief auf seine besondere Art Kiktok zu sich, der zu ihm flog. Er sprach mit ihm ab, er solle sein Bestes geben die Krähen bei ihrer Flucht ablenken. Dann solle er so schnell er kann zurück zur Seestadt fliegen und Gloin Bericht erstatten.

Waghalsig schlichen Randur und Vidrak – sofern man einen Zwerg je schleichen sah – in die Höle der Sumpfbewohner. In der Tat gab es hier Gold. Sehr viel davon sogar. Doch was es mindestens ebenso viel gab, waren leuchtende weiße Augenpaare, die nach und nach immer näher kamen. Zwar bezaubert von dem Schatz und mit gefüllten Taschen, aber sich ihrer Pflichten Balin und Óin gegnüber bewusst, traten Randur und Vidrak den Rückzug an. Vidrak gab Kiktok ein Zeichen und sie flohen mit den beiden Zwergen in einer aberwitzigen Hetzjagd zurück zum Boot.

Während Kiktok sich über Ihnen eine tobende Verfolgungsjagd mit den Blutkrähen lieferte, kämpften sich die Gefährten mit den geschwächten und immer noch leicht betrunkenen Zwergen in das Gebiet der Würgeschlingen vor. Dort wurden einige der schleimigen Sumpfbewohner von den Schlingen erwischt und es gelang endlich die Flucht.

Hemelsdag, 11. Tag des Rethe, 2946

Der Rückweg war lang und schleppend, doch es gelang den Freunden, Balin und Óin etwas aufzubauen. Besonders erfreut war Balin davon, dass Vidrak die Botschaft und die Schatulle, die für den Adlerkönig bestimmt war, gefunden und zurückgebracht hatte. Bald erblickten sie erst die Stufen von Girion und schließlich die im Wasser stehende Stadt Esgaroth. Die Abendsonne glitzerte auf dem Gewässer. Zwei Drachenboote mit im Winde wehenden Bannern des Erebors begrüßten sie. Gloin und einige seines Gefolges begrüßten sie mit schallenden Hörnern. Sie blickten auf die Stadt im See mit der in weiter Ferne liegenden Stadt Thale und dem Erebor. Ein erstes Abenteuer war bestanden.

Sicher hatte es ihnen bereits jetzt Ruhm und Ehre eingebracht.

 

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Ein Feuer im Wald

Meresdei, 15 Tag des Winterfilth 2946

Vidrak hatte zusammen mit Randur die große Aufgabe in Angriff genommen die Stufen von Girion wieder zu ihrem alten Glanz zu verhelfen. Während also Randur, mittlerweile ein Mann des König, sich um die Holzarbeiten kümmerte, legte Vidrak nicht nur sein Vermögen, sondern auch alles Können und Tatkraft in dieses Projekt. Es galt Glóin zu beeindrucken und neue Investoren zu begeistern. Durch das geschäftige Treiben blieb von dem Abenteuer im Rethe neben den geschlossenen Freundschaften und Heldetaten kaum Erinnerung an die Dunkelheit des Düsterwaldes zurück. Doch für dieses Jahr war bereits genug Erledigt worden.

Eine letzte Karawane, die vom Süden her kam, wurde über das neue Räderwerk noch empor gehoben. Das Schicksal wollte es, dass ein Hobbit, angestachelt von den Erzählungen seiner Verwandten, mit dieser Karawane reiste. Filibert Took, kein Unbekannter sondern ein Freund Randurs. Schnell war beschlossen den Weg nach Esgaroth gemeinsam zurück zu legen.

Die Stadt im Langen See war bald in Sicht, doch die verzweifelten Schreie eines kleinen Jungen drangen an Filiberts Ohren. Der Junge stand am Rande des Eilend und schrie um Hilfe. Sein Vater wurde von einigen Halunken bedroht. Die Gefährten eilten ans Ufer und ließen sich von dem weinenden Jungen schnell in den Wald führen. Baldor, ein Händler aus Esgaroth, hatte sich einige Wachen angeheuert, die nun mehr daran interessiert waren ihn auszurauben. Das mutige Auftreten der Gefährten und Randurs Warnung, sie würden es mit einem Manne des Königs zu tun bekommen, ließ die Gauner jedoch schnell ihre Chance neu abwägen.

Der dankbare Baldor stellte sich und sein Sohn Belgo vor. Sie waren gerade aufgebrochen um ihre Güter am Westtor zu verkaufen. Werkzeug und Spielsachen. Nun mussten sie aber wohl neue Wächter anheuern, die sie durch den Düsterwald begleiten würden. Dies würde sicher schwer werden.  Es sei den die drei Herren würde diese Aufgabe übernehmen.  Kurzentschlosse nahmen die Herren an. Vor allem Vidrak war begeistert. Er sah eine Möglichkeit selbst einige Waren unter die Leute… auch unter die Elben zu bringen, denn Baldor wollte zunächst in den Hallen des Elbenkönigs rasten. Angeblich kannte er dort noch einen Elben aus seinen früheren Händlertagen.

Zunächst gingen sie gemeinsam zurück nach Esgaroth um für den Herbst und Winter umzurüsten. Dort erfuhr Randur von den Stadtwache, dass die drei Halunken, die sie verjagt hatten wohl stadtbekannt seien. Sie wünschten Randur und seinen Gefährten Glück, denn das konnte vor allem Baldor gut gebrauchen. Er hatte seine Frau im Drachenfeuer verloren. Nur seinen Sohn habe er retten können. Seitdem sei es auch finanziell mit Baldor bergab gegangen. Vidrak sah sich nach Geschäftspartnern um und Filibert musste feststellen, dass die Elben im Handelsviertel nicht jeden in ihren Bezirk hinein ließen.

Baldor plante mit den Gefährten die Reise. Seiner Rechnung nach brauchten sie sechs bis sieben Tage bis zum Westtor. Dort wollten sie eine Woche bleiben um zu Handeln. Dann ginge es wieder zurück. Mit Glück wären sie vor dem ersten Schnee schon wieder in Esgaroth.

Hohdei, 16. Tag des Winterfilth

Früh am morgen brache die Gruppe auf und kamen gut voran. Bereits am Abend erreichten sie die Stelle an der sie von den Elben abgeholt werden sollten. Baldor entzündete bei Sonnenuntergang eine gut verborgene Fackel. Im Nebel näherten sich bald lautlos zwei Elbenfähren. Auf alles gefasst, stellte sich der Elb – Lindar – allen Weggefährten gegenüber als außergewöhnlich höflich und freundlich heraus. Wie sie später erfuhren war er durch Galions Missgeschick in der hiesigen Hierarchie aufgestiegen. Auch die Begegnung Galions mit Randur und Vidrak war ihm zu Ohren gekommen und schien ihn sehr zu belustigen.

Durch ein schier endloses Tunnelsystem, dass unter den Berg zur Halle des Königs führte, gelangten sie schließlich in eine Art kleinen Höhlenhafen. Sie wurden gebeten diese Halle nicht zu verlassen. Während Baldor mit Lindar zusammen einige geschäftliche Dinge klärten, wurden die übrigen gut bewirtet. Besonders Belgo wurde von den Elben verwöhnt. Sie hatten offensichtlich Gefallen an dem kleinen Kind gefunden. Baldor erklärte später, dass die Elben im Düsterwald nur selten Nachwuchs bekamen. Es sei so eine Art Melancholie, oder der gleichen, die sie davon abhielten. Während ihres Aufenthaltes schaffte es Vidrak die Aufmerksamkeit der Elben auf seine Waren zu lenken. Die außergewöhnlichen Schmuckstücke verkauften sich gut. Außerdem konnte  er einen besonders schönen Verlobungsring gegen eine wertvolle, wenn nicht sogar lebensrettende Information tauschen. Zwar konnte sein Wunsch, den Kartenraum der Elben zu sehen nicht erfüllt werden, aber der handelnde Elb verriet Vidrak einige Stellen im Wald, wo die Präsenz der Elben aus glücklicheren Tagen noch erhalten sei. Alte Trinkhallen des Königs, die selbst vom Schatten noch immer gemieden würden. Vidrak musste zuvor versprechen, dass er diese Orte nur allein, mit seinen Gefährten, nutzte. Sie dürften niemals weiter erzählt oder anderweitig in Karten eingetragen werden. Auch, weil diese Orte zwar für die Elben ungefährlich seien, aber er nicht wüsste, wie es mit den anderen Völkern Ardas stünde. Außerdem riet er  Vidrak nicht von den Gewässern des Düsterwaldes zu trinken.

Randur machte des nachts eine interessante Entdeckung. Der junge Belgo schien selbst ein sehr kostbaren Schatz bei sich zu tragen. Er trug einen großen, meisterhaft bearbeiteten Saphir an einer silbernen Kette um den Hals. Auffällig war, dass er gut darauf achtete ihn stets unter seinem Hemd zu verbergen. Dies erzählte er Vidrak, der sich natürlich weit aus besser mit Juwelen auskannte. Er versprach darauf zu achten.

Sterrendei, 17. Tag des Winterfilth

Die Nacht war erholsam, und die Abenteurer und Händler wurden mit den schnellen Booten der Elben schon früh am morgen zum Elbenpfad gebracht. Obwohl es bereits Mittag war, als sie ankamen, machte der Düsterwald einen dunklen Eindruck. Lindar fragte Baldor erneut, ob er diese Reise nicht verschieben, oder wenigstens Belgo wieder nach Esgaroth zurück schicken wollte. Doch dieser lehnte ab. Er wollte seinen Sohn bei sich haben. Den Gefährten wünschte er viel Glück und riet ihnen eindringlich nicht vom Weg abzukommen. Er zeigte ihnen die versteckte Signalfackel. "Entzündet sie wenn ihr Hilfe braucht oder es Zeit für die Überfahrt wird. Wenn wir können, helfen wir." Lindar würde sie sonst in etwa zwei Wochen wieder zurück erwarten.

Der Abschied von Lindar verursachte in Vidrak überraschendes Unbehagen. Der Wald schien plötzlich düster, dunkel und bedrohlich. Gedanken von wandelnden bösen Baumen, Spinnen und allerlei Bestien kehrte in die Gedanken der Freunde ein. Er entschied sich sein alten Freund und Begleiter Kiktok zu rufen und ihn abermals als Späher einzusetzen.

Erdrückt von der schweren Luft im Wald kamen  sie mühsam voran. Gegen Abend lagerten sie nicht weit vom Weg auf einem kleinen von Sträuchern umrankten Plätzchen. Vidrak beobachtete den Jungen wie er versuchte Feuer zu machen, so wie er es ihm zuvor gezeigt hatte. Es gelang und stolz ließ sich der erschöpfte Junge neben seinen eben so ausgelaugten, aber stolzen Vater nieder. Randur scheuchte auf der Jagt einige schwarze Vögel auf, welche krächzend in den Wald flogen und dort abrupt verstumten. Beunruhigt kehrte er zur Gruppe zurück und überreichte den Vogel. Man freute sich zunächst auf ein köstlichen Braten, doch selbst Filibert konnte dieses Tier nicht so zubereiten, dass er bekömmlich war. 

Die stickige Luft  und das warme prasselnde Feuer ließ die Reisenden  schnell in tiefen Schlaf fallen. Während Vidraks Wache, fiel diesem der Blaue Stein des Jungen wieder ein. Und tatsächlich konnte er nun einen langen Blick auf den bezaubernden und kostbaren Stein werfen. Bald jedoch bemerkte er im Augenwinkel etwas flattern und er sah zu Filibert hinüber. Der Hobbit war übersät von großen roten Schmetterlingen, die glitzernde, goldene Pollen verloren. Filiberts Gesicht sah schmerzverzerrt aus und Vidrak griff sich einen Umhang und schlug auf die Schmetterlinge in Filiberts Gesicht. Die Anscheinend waren diese insekten eine Art Mücken. Mit tauben Gesicht schlug Filibert benommen die übrigen Insekten von sich. Auch Baldor und die Ponys hatte es erwischt. Doch mit einer Fackel  und rauch ließen sich die Schmetterlinge vertreiben. Nach dem ersten Schreck, säuberten Baldor und Filibert ihre tauben und zerstochenen Gesichter.

Immer wieder flatterten in dieser ersten Nacht im Wald rote Schmetterlinge durch das dunkle Dickicht des Waldes über die Freunde hinweg. Langsam schoben sich Nebelschwaden durch das Geäst  und bald spendete nur noch das warme Lagerfeuer ein kleines Gefühl von Vertrautheit.

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Weiße Fäden

Hochdei, 23 Tag des Winterfilth 2946

Fünf Tage lang zogen die Gefährten durch den Düsterwald. Belgo vermisste bereits die Fürsorge der Elben. Aber auch den Freunde selbst schlug die schwere, süße Luft des Waldes bereits auf das Gemüt.  Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern der Karawane war Filibert weiterhin guter Dinge. Und vielleicht war es gerade dieser freie Kopf, der dafür sorgte, dass er im Wald etwas entdeckte. Vor allen anderen sah er im Gestrüpp, abseits des Pfades, ein bekanntes Gesicht.

Ein geplagtes und verwildertes Ebenbild seines alten Bekannten "Jäger". So nannte er sich, wie bei den Waldmenschen üblich.  Verdutzt, den Hobbit mitten im Düsterwald zu sehen, begrüßten sich die Freunde. Filibert stellt den jungen Waldmann vor. Der Jäger war auf der Fährte eines Warges gewesen, als er im Düsterwald schließlich vom Weg abkam und die Fährte verlor. Schnell war man sich einig den Rückweg gemeinsam anzutreten. Obgleich, Baldor zu verstehen gab, dass er nur wenig Extralohn zur Verfügung stellen könne.

Der Jäger machte sich im Laufe des Tages noch sehr nützlich. Den Vogel, den Randur fünf Tage gejagt hatte noch gut in Erinnerung, verspeisten die Gefährten in dieser Nacht ein köstlichen Hasenbraten. Zufrieden und mit einem vollen Magen gingen die Weggefährten auf den weichen Boden des Waldes zur Ruhe. In dieser Nacht sahen sowohl Filibert als auch der Jäger die ersten feinen, glänzenden Anzeichen eines düsteren und ganz und gar bösartigen Waldbewohners.

Sterrendei, 24. Tag des Winterfilth 2946

Eben dieses Thema wurde am nächsten Tag besprochen. Der Jäger stellte klar, dass es ab jetzt gefährlich werde. Vor allem Nachts. Vidrak stellte darauf stolz zur Aussicht, dass er eine der alten Trinkhallen des Elbenkönigs kenne. Dort wäre man sicherer als irgendwo sonst im Düsterwald. Die Halle könne auch noch vor dem Einbruch der Nacht erreicht werden. Abweichend vom Pfad. Baldor stimmte schließlich in diesen Plan ein und ein langer und beschwerlicher Weg durch das Gebüsch und wurzeliges Dickicht des Waldes begann. Die Ponys musste angetrieben werden und man kam langsamer voran als Vidrak gehofft hatte.

Auf diesem Weg merkte Randur schließlich, dass sie verfolgt wurden. Mit der Hilfe des Jägers  identifizierten sie den Verfolger als einen alten, vermutlich aber wilden und hungrigen Hund. Sie legten etwas Fleisch aus und während die Gefährten weiter zogen, blieb Randur um ein genaueren Blick zu erhaschen. Der alte, zottige Hund war groß und sah verwildert aus. Er wagte sich zögernd an das Fleisch und verspeiste es mit Heißhunger. Zufrieden, dass sie nicht von einem Warg oder Wolf verfolgt wurden kehrte Randur zur Gruppe zurück.

Die Sonne warf kaum noch Licht in den Wald, als sie eine große Lichtung erreichten. Vidrak und FIlibert war zuvor aufgefallen, wie das Gras von Minute zur Minute grüner und kräftiger wurde. Hier auf dem Hügel, wo nur vereinzelt Bäume standen, war es saftig wie mitten in einem Sommer im Auenland. Von einer Trinkhalle war jedoch nichts zu erkennen. Vidrak suchte eifrig, doch bis auf eine größere Steinplatte die schief im Boden steckte war nichts zu erkennen. Diese "Trinkhalle" wie der Elb es genannt hatte, schien viel mehr eine Lichtung zu sein. Doch hier schien es in der Tat friedvoller zu sein, als im Rest des Waldes.

Nahebei plätscherte ein Bach, und als die Nacht hereinbrach fragte sich Baldor ob dieses Wasser wohl trinkbar sei. Vidrak und Randur rieten davon ab, doch der Jäger nahm ein kräftigen Schluck. Noch während der Jäger merkte wie sehr das Wasser ihn zu beleben schien, trank Baldor nicht auf die Warnung der Freunde achtend ebenfalls. Kaum ein Atemzug später, verklärte sich Baldors Blick und er begann zu schreien. Baldor schien alles vergessen zu haben. Er war wieder in der Nacht in der das Drachenfeuer seine Frau und sein Leben verschlang. Belgo, der zu der Zeit kaum 5 Jahre alt war, erkannte er nicht wieder. Wahnsinnig vor Angst rannte er in den Wald. Der Jäger war ihm bereits dicht auf den Fersen, doch der Düsterwald ist dicht und verschlungen. Erst nach einer halben Stunde konnte der Jäger ihn mit Avinas Hilfe einfangen und zurück bringen. Auf diesem Weg aber merkte er welchen Pfad Baldor genommen hatte. Überall waren Spinnenwebfäden durchbrochen und zerrissen. Sie klebten an Baldor. Es gab keine Chance, dass die Spinnen dies nicht bemerkt hatten. Eile war geboten.

Während dessen versuchten die übrigen Gefährten den jungen Belgo in Schach zu halten. Randur wollte Baldor den blauen Stein zeigen, den Belgo um sein Hals trug, damit Baldor sich an seinen Sohn erinnerte. Diese Idee ging nach hinten los, und wäre da nicht Randurs fester Griff, so wäre der Junge vermutlich in den Wald gerannt. So jedoch beruhigten sie ihn, bis Baldor gefesselt zurück kam. Baldor erkannte den Jungen immer noch nicht wieder, doch es gab andere Probleme.

Der Jäger berichtete von den Spinnenfäden und es begann eine improvisierte Vorbereitung die Lichtung zu verteidigen. Die Spinnen ließen sich nicht lange bitten, doch mit den vorbereiteten Feuerstellen, Filiberts feuriger Treffsicherheit und der Kampfeslust von Vidrak und dem Jäger war die erste Welle zurück geschlagen worden. Der Jäger aber war verwundet und musste versorgt werden. Nicht vergiftet wie Filibert schnell feststellte, doch eine ganze Nacht würden die Gefährten so nicht überdauern. Vidrak suchte eifrig die Lichtung ab. Dort wo die Spinnen verendet waren starb das Gras und der Elbenzauber schien zu verfliegen. Eile! Er besah sich die Felsplatte in mitten der Lichtung erneut und erkannte elbische Schrift aus feinen silbernen Fasern, die in den Stein eingearbeitet waren. Ein Schutzbann. Der Zwerg grub. Filibert deckte das Loch, das sich nun unterhalb des Bannsteins befand mit Planen und Stoffen ab. Die Gefährten verkochen sich mit den Ponys unter den Lacken. Das Hissen und Fauchen der Spinnen war überall um sie herum. Giftklumpen prallten an die Decken und den Gefährten wurde es bange. Die Zeit verging kaum, und das Getöse um ihre Zuflucht herum schien nicht abzunehmen.

Filibert zückte seine Fidel und begann ein fröhliches Lied seiner Heimat anzustimmen. Erst Vidrak, dann Randur und die anderen fielen in die Musik ein und das Getöse um sie herum schien leiser zu werden. Die Angst verflog nicht zur Gänze, doch die fröhliche Fidel des Hobbits übertönte das Toben der Spinnen.

Sunnendei, 24 Tag des Winterfilth 2946

Sie schliefen kaum oder gar nicht. Bei Tagesanbruch wagten sich die Gefährten hinaus und sahen eine von schwarzen Flecken, verdorrtem Gras und mit Spinnweben übersähet  Lichtung. Einzig der Stein mit seinen Schriftzeichen war unberührt. Vidrak und der Jäger versuchten grob die Lichtung von den Unrat zu befreien, doch nur die Zeit konnte all dies heilen, wenn überhaupt.

Der Rückweg war bedrückend. Diese Nacht würden sie wieder im Freien übernachten müssen. Die Wolken hingen tief und dunkel am Himmel, als schließlich der Elbenpfad wiedergefunden wurde. Vidrak und Filibert fanden eine alte Höhle in der sie die nächste Nacht verbringen konnten. Sie waren heute nicht weit gekommen, doch die Stimmung war nicht gut. Baldor und Belgo schwiegen sich aus und als der Jäger von seiner Jagt wieder kehrte machte er ein bedrücktes Gesicht. Er hatte auf seiner Jagt den zerbissenen, von Gift aufgeblähten und blau angelaufenen alten Hund entdeckt, der sie gestern kurz verfolgt hatte. Dieser Wald war unerbittlich. Müde kraulte er Avinas Kopf.

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Von Schätzen und Wahnsinn

Meresdei, 31 Tag des Winterfilth 2946

Die Ereignisse an der elbischen Trinkhalle lagen zwar einige Tage zurück, doch in vielen der Gefährten hatte es einen düsteren Fleck hinterlassen. Das Wetter wurde von Tag zu Tag trüber und stickiger. Zwischen dem dichten Geäst des Waldes zeigten sich dunkle tief hängende Wolken. Und seit Beginn des Tages hörten die Reisenden dunkles Grollen.

Die Gruppe wollte sich gerade für eine Rast aufstellen, als Randur entschied sich im näheren Dickicht etwas umzuschauen. Er hatte in den Ästen eines Baumes etwas sonderbares entdeckt. Eine kaum zu erkennende, in den Baum geschlagene Trittleiter und ein mit glitzernden Steinen, Metallen und Federn versehenes Windspiel. Der Jäger erkannte eine gewissen Ähnlichkeit mit den Talismanen, die die Äteren seines Volkes anfertigen, und doch waren diese anders. Am obersten Ende der Trittleiter bot sich Randur ein weiter Blick über den Düsterwald. Hinter ihnen sah er eine düstere Ruine aus schwarzem Stein, doch weiter in den Wald hinein, sah er mehr der Windspiele glitzern. Auch deutete alles darauf hin, dass der Verursacher dieser Windspiele nicht weit vom Weg lebte. Nach kurzem Zwist darüber, ob sie nach einem möglicherweise sicherem Hafen für eine Nacht suchen sollten oder nicht, brachen die Gefährten auf, den Bewohner des Düsterwaldes zu suchen. Schließlich war man sich einig, eine sichere Nacht würde jedem gut tun.

Die Reisenden folgten dem Windspielen, und Vidrak und sein gefiederter Freund beschlossen einige besonders wertvoll aussehende Edelsteine mitzunehmen. Filibert dagegen, fühlte sich beobachtet und beschloss etwas weniger auffällig im Gebüsch nach einem möglichen Verfolger zu suchen. Er glaubte fast etwas im Gebüsch zu erkennen, als der Verfolger sich zuerst zu Wort meldete. Noch während schwirrend ein Pfeil an Randur und dem Jäger vorbei zischte, fragte der Verfolger nach den Namen und ihrem Begehr in diesem Wald. In einem hastigen und gefährlichen Gespräch überzeugten sie den Eremiten – der offensichtlich verwirrt, wenn nicht sogar wahnsinnig war – dass sie Freunde seien, und ihm nichts böses wollten.

Die verlotterte, alte und sehnige Gestallt bot den Gefährten überraschend schnell an, bei Ihm zu nächtigen. Gerade rechtzeitig, da ein Sturm über den Düsterwald zog und bald die Gefährten erreichen würde.  Auch wenn der Jäger schnell das Gefühl hatte, dass der alte Mann mal zu seinem Volke gehörte, so stand das Treffen doch unter keinem besonders günstigen Stern. In der Behausung des Eremiten kam es nicht zu der ersehnten Anfreundung, die die Gefährten in einem so unwirtlichen Wald begrüßt hätten. Man duldete sich gegenseitig. Allen war klar, dass ein falsches Wort den Eremiten gegen sie aufbringen konnte. Die Wände der Behausung war beunruhigend mit den Abbildungen von Monstern und Dämonen bekritzelt worden. Wie Vidrak bald herausfand, als er den Eremiten aus einem Albtraum weckte, waren dies die Albträume des alten Mannes.

Vidrak hatte den Mann ohne Namen in einem hellen Moment erwischt. Er erfuhr, dass der Mann ein Gefangener gewesen war. In einem alten Turm, von Orks und Monstern geführt. Der Turm viel vor einiger Zeit, aber er blieb. Niemand hatte ihn freigelassen, denn er war zu tief in den Gemäuern gefangen gehalten worden. Die Elfen, die Männer, die Zwerge, alle seien gleich Feige gewesen. Bis er sich selbst befreit hatte, hatte er bereits zu viel von dem Gesehen, was tief im Gefängnis umging, als alle anderen Wesen fort waren . Er erzählte Vidrak, dass er nicht mehr unter seines gleichen leben konnte. Er vertraute ihnen nicht. Habgier, Neid, Neugier, alles Dinge die erst zustande kamen, wenn man mit anderen in Kontakt trat. Und diese Dinge waren es, die dem Schatten die Herzen öffneten.

Als wüsste er von Vidraks Gedanken, erwähnte der Alte, dass die Schätze die er aus dem Turm mitgebracht hatte alle verflucht seien. Alles Besitz sei ein Fluch, das sollte sich der werte Herr Zwerg merken.

Zwar versuchte Vidrak alles, doch der Eremit ließ sich nicht überzeugen mit der Gruppe den Wald zu verlassen. Er habe noch seinen alten Hund, den Weggefährten, der Ihn als einziger im Turm gefunden hatte. Er tauche immer wieder auf, auch wenn er nun schon lange fort war würde er sicher wiederkehren. Trotzdem, bedankte er sich bei Vidrak für jenes Gespräch. Es fehlte ihm, so sagte er, mit Leuten zu reden. Das einzige, was er vermisse.

Hochdei, 1. Tag des Blothmath

nächsten Tag sprach der Eremit kaum. Wenn, dann war es lautes und wirres Zeug. Er schrie die Reisenden an, sie sollen endlich gehen, und beschimpfte Filibert unwirsch. Zu guter letzt jedoch drückte er dem Jäger ein alten verwitterten Axtkopf in die Hände. Er erkannte sie sofort. Es war der Kopf der alten Axt "Wolfreißer". Ein Relikt, dass einmal einem großen Oberhaupt der Waldmänner gehört hatte. An die Einzelheiten konnte er sich nicht recht erinnern, doch es hieß, die Axt sei mit dem Oberhaupt im Kampf gefallen und für immer verschollen. Dem Jäger blieb wenig Zeit für Dank, denn der Eremit lief bereits fluchend und mit sich selbst redend wieder zu seiner Behausung und griff nach dem Bogen. Filibert bedeutet, es sei definitiv Zeit aufzubrechen.

Auf dem Rückweg dachte Vidrak über die Worte des Eremiten nach und seufzend ließ er schließlich die Edelsteine, die er im Wald gesammelt hatte beiläufig auf dem Weg fallen. Seinen Raben jedoch konnte er nicht davon überzeugen, und so wanderte einer der großen ungeschliffenen Rubin wieder in Vidraks Reisebeutel zurück. Auch auf dem Rückweg war die Stimmung, trotz erholsamen Schlaf zwischen Baldor und Belgo nicht besser geworden. Filibert und Vidrak versuchten mit Baldor zu reden, doch dieser konnte sich kaum an etwas erinnern. Auch wusste er nicht mehr, wen er schließlich auf der anderen Waldseite treffen wollte. So kam es, dass die Gefährten die Ladung nach Hinweise durchsuchten.

Filibert fand einen Brief, in dem schließlich erklärt wurde, dass eine Cousine Alfarn auf ihn wartete. Baldor hatte wohl beschlossen, dass er Belgo nicht mehr ernähren könnte. Alfarn hatte sich bereit erklärt ihn bei sich aufzunehmen. Das Geld, was er mit dem Werkzeug und Spielsachen erhandeln würde, sollte als Pfand für Belgo dienen.  Baldor bestätigte, dass er sich an dieses Vorhaben erinnere. Es sei das Beste für den Jungen. Zumal er sich nun auch nicht mal richtig an ihn erinnern konnte. Er hatte dem Jungen nichts zu bieten außer Armut und Vergessen. Belgo schwieg während dessen.  Vidrak und Filibert erkannten deutlich, dass er sich an seinem Schmuckstück, dass er noch immer vor seinem Vater versteckt hielt festklammerte. Nun herrschte endgültig eine finstere Stimmung zwischen Vater und Sohn und noch war die Gruppe nicht aus dem Düsterwald heraus.

Doch allzu weit konnte die Waldpforte nicht mehr sein…

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